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Ätzen

Durch das Ätzen mit chemischen Mitteln entstehen gemusterte oder mattierte Oberflächen (u.a. Damaszieren). Teile, die nicht bearbeitet werden sollen, werden mit Abdecklack (früher Wachs) geschützt.

Es gibt zwei Verfahren:

Hochätzung (Dabei werden die

Ornamente, die während der

Gravur mit Abdecklack behandelt

wurden, erhaben, d.h. sie liegen

höher als die Umgebung. Die

Stellen, die nicht abgedeckt

waren, sind tiefliegend).

Tiefätzung (Dabei werden die

Ornamente nicht mit Lack

überzogen. Nach dem Ätzen sind

die Ornamente tieferliegender als

die Umgebung).


Akanthus

Akanthus ist ein Staudengewächs im Mittelmeerbereich (Bärenklau) deren lappige, gezackte, an der Spitze leicht eingerollte Blätter seit der Antike als Motiv verwendet werden. Diese Blattornamente findet man häufig auf Silberobjekten (Gravur, bright-cut oder Treibarbeiten)


Alpacca Silber, Neusilber

Das Alpacca Silber/Neusilber ist kein echtes Silber, vielmehr wurde es aus Kostengründen dem Silber nachempfunden. Es ist eine Nickel-Kupfer-Zink-Legierung, die noch zusätzlich versilbert wurde (wird auch als German Silber bezeichnet). Da es heutzutage viel in der Gastronomie eingesetzt wird, wird es auch Hotelsilber genannt.


Anthemion

Anthemion ist eine strahlenförmige und stilisierte Geißblattblüte. Dieses florale Ornament wurde in der Antike verwendet und findet sich auf vielen Silberobjekten wieder (Zwischen 1770-1880)


Antike Lake-Balls, lake balls

Beim Kauf und sammeln von antiken Golfbällen aus Gutta Percha und Bällen mit Gummi-Ummantelungen (rubber core) sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass diese nicht aus einem Weiher, See oder Teich stammen.

Selbst nach einem langen Trocknungs- Prozess können diese Bälle im Inneren nie ganz austrocknen.

Im Laufe der Zeit beginnen sie sich von Innen nach Aussen zu verändern.

Der Kern bestand aus einem anderen Material (z.B. Kork, welcher sich nach einem Wasserschaden zersetzen kann) oder es wurde in mehreren Schichten gearbeitet. So wurden z.B. ab 1898 dünne Gummistreifen um den Kern gearbeitet. Diese wurden dann mit Gutta Percha ummantelt.

Bei der Trocknung können sich nun diese Schichten voneinander lösen.

Nach einigen Jahren hört man beim Schütteln eines solchen Balls ein "rasselndes" Geräusch. Der Ball beginnt sich zu verformen.

Der Wert eines sogenannten "pond" Balls mit einem "Wasserschaden" wird mit über 50 % des ursprünglichen Wertes angegeben. Bei sehr starken Verformungen ist es noch mehr.

Ist der Ball sehr selten, so werden ca. 25 % Wertminderung veranschlagt.


Applikationen

Ornamente, wie z.B. Blüten, Muscheln und Girlanden, werden gegossen, getrieben oder geprägt und auf das gefertigte Objekt aufgesetzt.


Arabeske

Als Arabeske bezeichnet man ein in sich verschlungenes Blatt- oder Rankenwerk in Ätztechnik oder Gravur, durchbrochen oder getrieben gearbeitet


Argyll, Argyle

Fachbegriff für eine Sauciere oder Fleischschale mit einer doppelten Wandung. Dies diente zum Warmhalten bei Tische.

Es wird vermutet, dass der dritte Herzog von Argyll diese Idee umgesetzt hat, einen Beweiß gibt es allerdings dafür nicht.


Art Deco

Diese Bewegung in der Geschichte des Designs hatte Ihren Höhepunkt in den Jahren von 1920 bis 1940. Die neue, moderne Form und Farbgebung spiegelte sich in allen Bereichen des Alltages und der Kunst wieder.

Art Déco hat kein eindeutiges Stilmerkmal, jedoch finden sich in der Silberschmiedekunst typische flächige Darstellungen von organischen oder geometrischen Motiven unterschiedlichster Herkunft – meist ohne Oberflächenstruktur. Dadurch geht die Natürlichkeit verloren und eine modische Eleganz tritt an Ihre Stelle.

Es ist eine Stilrichtung die durch die glatte, hochpolierte Oberfläche auf Schattenspiele verzichtet und keinen Raum für Interpretationen lässt. Das Silber wirkt in einer Nüchternheit auf den Betrachter. Und diese abgeklärte Nüchternheit wirkt bis in die heutige Zeit und leitete die Moderne ein.

Als der zweite Weltkrieg begann, verschwand die Art Déco Bewegung…es war kein Platz mehr für klar strukturierte Formen.


Arts and Crafts- mehr als eine Bewegung

Die „Arts and Crafts Bewegung“ entwickelte sich als Antwort auf die Industrialisierung in England. Der seelenlosen maschinellen Herstellung von Gebrauchs- und Kunstgegenständen sollte durch fundierte und visionäre Handwerkskunst entgegengetreten werden.

Als Japan Ende 1870 seinen Handel mit der gesamten Welt aufnahm, erlangten japanische Motive Anerkennung. Sie nahmen großen Einfluss in der Silberschmiedekunst. Vögel, Kirschblüten, Fächer und Wasserlilien ergänzten die typisch viktorianische Stilrichtung.

Die Manufaktur Liberty & Co (Firmengründer Lasenby war ein Freund von William Morris) produzierte zahlreiche Silberwaren, die diesem neuen Trend entsprachen und nahm somit großen Einfluss auf die Verbreitung des aufkommenden Jugendstils.

Fast gleichzeitig wurde Tafelsilber mit neu entdeckten keltischen Motiven produziert.

Der Designer Christopher Dresser (1834-1904) gestaltete neue Formen im Auftrag großer Manufakturen und wird heute als Modernist bezeichnet. Er entwickelte zweckmäßige Designs von Gebrauchsgegenständen mit einer unaufdringlichen Ästhetik.

Fast futuristisch erscheinen diese Objekte des großen Visionärs. Dieser Künstler war seiner Zeit weit voraus und ebnete zusammen mit William Morris und John Ruskin den Weg der „Art and Crafts Bewegung“.

William Morris und John Ruskin führten durch ihre „Arts and Crafts Bewegung“ in den 1880-ern zur Gründung der „Guild and School of Handicraft“ durch Charles Robert Ashbee.

Morris (1834-1896) war Maler, Architekt, Dichter, Ingenieur und Drucker. Des Weiteren war er früher Begründer der sozialistischen Bewegung Englands. Handwerker sah er als Künstler, der seelenlosen Massenproduktion sagte er den Kampf an.

Ruskin (1819-1900) war ein bekannter Schriftsteller, Maler und Sozialphilosoph. In seinen Schriften verurteilte er die zunehmende Industrialisierung, die er als Ursache der Verkrüppelung menschlicher Tugenden sah. Er entwickelte eine Wirtschaftsethik, in der der Mensch im Mittelpunkt stand.

Ashbee (1863-1942) war Architekt, Kunsttheoretiker, Dichter und Silberschmied. Er gründete1888 in London die „School of Handicraft“ - eine Lehrwerkstätte für Innenausstattung und Architektur, der er kurze Zeit später die „Guild of Handicraft“ angliederte.

Diese Schule erlangte internationale Anerkennung durch Ausstellungen in London, Düsseldorf, München und Wien.

Die angegliederte Zunft machte sich die Erhaltung der Handwerkskunst zum Ziel. Sie wurde vor allem durch ihr gehämmertes und emailliertes Tafelsilber bekannt.

Der typischen Stil der Zunft waren reduzierte Formen mit keltischen Motiven wie verschlungene Kreise oder Knoten, Kombinationen von Silber und bläulichem Emaille, Verwendung von bläulichen Halbedelsteinen und die sichtbaren Hammerspuren auf handgetriebenem Silber.

Es blieb nicht aus, das große Silbermanufakturen (z.B. Liberty & Co) Kopien der „Guild of Handicraft“ herstellten und damit den Untergang der Zunft einleiteten. Im Jahre 1909 mussten die Türen für immer geschlossen werden. Der Kampf gegen die Industrialisierung schien verloren.

Die Ideale und Visionen wurden jedoch an eine neue Handwerksgeneration weitergegeben und fortgeführt.

Abschließend ist festzustellen, das die „Arts and Crafts Bewegung“ und die daraus resultierende „School and Guild of Handicraft“ mehr als nur eine kurze Zeiterscheinung war.

Im Kampf gegen wirtschaftliche Zwänge, gegen Massenproduktion, gegen schlechte Arbeitsbedingungen, erblühte eine visionäre und kraftvolle Stilrichtung die auch in der heutigen Zeit Bestand hat.

Betrachtet man ein Objekt dieser Zunft aus Silber und Emaille, so spürt man den Kampfgeist und die daraus resultierende Kreativität des Meisters.


Attache

Breite Ansatzfläche von Henkeln, ornamental oder figürlich verziert.


Aufgefüllte bzw. ausgefüllte Objekte

Bei einigen Objekten wurden die Hohlräume aus Stabilitätsgründen mit unterschiedlichsten Materialien wie z.B.Gips oder Sand gefüllt. Dies ist oft bei Kerzenständern oder den Griffen bei Bestecken anzutreffen.

Baluster

Ein Baluster ist eine Säule mit ein- und auswärts schwingenden Konturen. Sie haben mittig meist eine bauchig runde Form. Hölzerne Baluster werden "Docke" genannt.


Bandwerk

Dies ist ein flächiges Ornament aus verschlungenen Bändern, auch Bandlwerk genannt. Manchmal sind sie mit Laubwerk, Gehängen und Figuren durchsetzt.


Bekrönung

Als Bekrönung bezeichnet man eine Verzierung, die oft auf dem Deckel einer Kanne zu finden ist


Berndorfer Metallwarenfabrik

Die Berndorfer Metallwarenfabrik hatte Ihren Sitz in Berndorf, Niederösterreich.

1843 Gründung durch Alexander von Schoeller und Alfred Krupp

1890 Einführung des Markenzeichens "Bär mit dem Namen Berndorf"

1897 Hoflieferantentitel

Die Berndorfer Metallwarenfabrik war für die Herstellung von Tafelbesteck bekannt. Es wurde sehr viel Alpacca Silber verwendet.


Bernstein

Der Bernstein ist ein bis zu 260 Millionen Jahre alter Schmuckstein aus fossilem Harz. Er ist klar bis undurchsichtig gelb, mit und ohne Einschlüsse.

Das berühmteste Kunstobjekt aus Bernstein ist das "Bernsteinzimmer".

Als der sogenannte "Pressbernstein" erfunden wurde, wurden Zigarrenspitzen und Pfeifenmundstücke aus Bernstein hergestellt.


Beschau

Dies ist eine gesetzlich vorgeschriebene Handlung, bei der der Feingehalt einer Silberlegierung durch ein Prüfungsamt bestätigt wird. Jeder Silberschmid muss seine gefertigten Objekte zur Prüfung vorlegen. Dabei werden alle Einzelheiten regestriert und das Objekt bekommt seine Stempelungen (offizielle Beschauzeichen).

Falls der Feingehalt falsch angegeben wurde, so wird das Objekt konfisziert und vernichtet.


Beschauzeichen

Um den Reingehalt des Silbers anzugeben, haben die Prüfungsämter ein System von Zeichen (Punzierungssystem). Mit Hilfe dieser Beschauzeichen lassen sich Objekte leicht identifizieren und zurückverfolgen. Fälschungen werden dadurch leicht entlarvt.

In Deutschland benutzt man z.B. die Symbole von "Halbmond und Krone" (nach 1880), in England den "schreitenden Löwen", die Stadtmarke, den Buchstaben für das Herstellungsjahr sowie die Herstellerabkürzung.


Beschlagwerk

Ornament aus kantigen, sich einrollenden Bändern, die manchmal mit Nagelköpfen versehen sind.


Billon

In der Antike und im Mittelalter zur Münzherstellung verwendete Kupfer-Silber-Legierung, bei der der Kupferanteil höher war als der Silberanteil.


Blacksmith Reparaturen

Gängige Umgangssprachlicher Gebrauch von Fachleuten für gelötete Flickreparaturen, die häufig vom Dorfschmied oder von einem Laien ausgeführt wurden.

Nicht zu verwechseln mit sichtbaren Lötspuren bei "Old Sheffield Plate".


Blattornament

Ein Blattornament ist im 16. Jahrhundert ein graviertes oder gegossenes und appliziertes Ornament. Im 17.Jahrhundert ist es eine Treibarbeit im Ohrmuschelstil oder ein aufgelötetes cut-card. Ab dem 18. Jahrhundert finden sich Blattornamente in den unterschiedlichsten Techniken.


Blutschüssel

Als Blutschüssel bezeichnet der Fachmann eine einfache flache Schüssel mit einem durchlöcherten Griff, die zum "Aderlass" benutzt wurde.

Bitte verwechseln Sie diese Blutschüssel nicht mit der aus Amerika stammenden "Porringer", da diese als Suppenteller diente und zwei Griffe hat!


Bombe

Als Bombe bezeichnet man eine vorgewölbte Fläche bei Gefäßen.


Bratina

Bei einer Bratina handelt es sich um ein russisches Gefäß mit einem bauchigen Körper ,einem Fußring sowie einem kleinen Lippenrand


bright-cut

Im späten 18. Jahrhundert und frühen 19.Jahrhundet war die Technik des "bright-cut" in England sehr beliebt.

Diese Graviertechnik bestand in einer Serie kurzer Schnitte in das Silber mit denen Bänder, Schleifen usw. in das Objekt "geritzt"wurden (mit Stichelkante)


Britannia Metall

Hierbei handelt es sich um eine Zink-Kupfer-Antimon-Legierung. Dieses Metall wurde vor allem in England ab ca. 1840 verwendet. Es diente als Grundlage für Versilberungen (Elektroplatierungen).

In manchen Objekten ist auch Blei beigemischt, deswegen sind diese Sammlerobjekte nicht zum Aufbewahren von Lebensmitteln geeigenet.


Britannia Standard

Sterling Silber besteht aus 925 Teilen Silber und aus 75 Teilen Kupfer.

Der Britannia Standard entspricht einen noch höheren Anteil an Silber (95,8 % Silber). Dieser höhere Standard wurde 1697 in England eingeführt und war bis 1720 verbindlich. Es sollte verhindert werden, dass Hartgeld zu Tafelsilber umgeschmolzen wurde (es sollte kein Mangel an Münzen entstehen, damit Soldaten bezahlt werden konnten).

Auch später wurde 950-er Silber hergestellt und speziell gekennzeichnet.


Buckelpokal

Der Buckelpokal ist ein silbernes Deckelgefäß mit nach aussen getriebenen Buckeln. Diese geben dem Objekt eine höhere Stabilität und starke Lichtreflexe. Man nennt ihn auch "Kopoder oder Knorrecht". Er wurde vorwiegend in Nürnberg im 16.-17. Jahrhundert hergestellt.


Bulger

"Bulger" ist eine allgemeine Bezeichnung für ein Holz nach 1890:

Vor 1890 waren Long Nose-Hölzer die Norm, wobei diese vom sogenannten "Bulger" abgelöst wurden. Henry Lamb erfand diese neue Form des Schlägerkopfes im Jahre 1888.

Die "Überarbeitung" bestand in einer Verkürzung und Verdickung des Schlägerkopfes. Somit wurde alles kompakter. Desweiteren wurde die Schlagfläche verändert: sie wölbte sich nun nach außen. Lamb, selbst ein Amateurspieler, war sich sicher, dass durch diesen mechanischen Effekt die Tendenz zu Hook und Slice reduziert würde.

Henry Lamb ließ seinen Prototypen von ein paar Professionals testen und eine der langlebigsten Innovationen- der "Bulger"- war geboren.

Bis heute ist das mechanische Prizip von Lamps Schläger aktuell.


Charka

Eine Charka ist ein kleines mit einem Henkel versehenes russisches Gefäß


Chased Up

Fachausdruck für das Ziselieren gegossener Stücke


Chatelaine

Als Chatelaine bezeichnet man einen Klipp, den die Dame des Hauses am Gürtel trug. An ihm waren Schlüssel, Vesta cases (Streichholzetuis), Nadeln, Scheren, Flakons, Portemonnais und andere Gegenstände mit Ketten befestigt.

Selbst im Mittelalter waren sie anzutreffen, der Burgmeister trug schwere, grosse Schlüssel daran, das Bürgfräulein trug sie als eine Art Schmuckstück.


Chinoiserie

Als Chinoiserie bezeichnet man kopierte chinesische Motive wie z.B. Blumen, Vögel und Figuren im 17. und 18. Jahrhundert.


Churriguerismus

Nach Jose Churriguera (1650-1723) benannt. Bezeichnet den spanischen Barock mit üppigen Ornamenten.


Cloisonne

Spezielle Technik bei Emailarbeiten. Es handelt sich um eine alte Technik des Westens, die jedoch vor allem durch die chinesische Kunst bekannt geworden ist. Dabei werden dünne Drähte/Metallstreifen auf den Rohling ornamentartig oder dekorativ aufgelötet. Nun werden in mehreren Arbeitsschritten verschiedenfarbige Glasflüsse in die "vorgefertigten Muster" eingelassen. Danach wird alles bei ca. 800°C gebrannt. (Zellenschmelz, Zellenemail, Scheidewand)


Closed Plate

Dies war eine Versilberungsmethode im 18. Jahrhundert. Gebrauchsgegenstände aus poliertem Stahl wurden in Zinn getaucht um anschließend eine dünne Silberfolie aufzulöten.

Danach wurde das Objekt poliert.


Cran- Patent- Brassie- Cleek- Wood- Face- Iron

Als James Cran am 8. Juni 1897 sein gerade erhaltenes Patent am eher unbekannten „Cran-Eisen“ an A.G. Spalding & Bros abtrat, wurde diese amerikanische Innovation international bekannt.

Cran`s Design brach mit den alten Traditionen - er kreierte ein Eisen mit einer Holz- Einlegearbeit.

Zwei Schrauben halten das Holz im Eisen. Nur die Köpfe sind an der Rückseite zu erkennen.

1898 wurde das „Cran-Eisen“ im Spalding Katalog als „The Cran Patent Brassie Cleek“ zum ersten Mal beworben.

1918 wird er mit dem Zusatz „diesen Schläger haben wir seit über 15 Jahren im Angebot und seine Popularität nimmt nach wie vor zu“ angeboten.

1919 taucht er zum letzten Male im Spalding Katalog auf.

Das angebotene „Cran-Eisen“ trägt den zusätzlichen Stempel „Pat Applied For“. Dies bedeutet, dass der Schläger zwischen dem 21. April 1897 (James Cran beantragte zu diesem Datum sein Patent) und dem 8. Juni 1897 (James Cran erhielt zu diesem Datum sein Patent) hergestellt wurde.

Dieses frühe „Cran“ Exemplar hat eine glatte Holz- Einlegearbeit.

Bei später hergestellten Schlägern wurde das Holz mit feinen Linien versehen.

Der visuell interessante und ästhetische Golfschläger wird international hoch gehandelt.


Cut Card Dekoration

Dies ist die Bezeichnung für Applikationen, die aus blattartigen Silberstücken bestehen. Sie sind in Verbindung mit Perlschnurdecors anzutreffen.


Drahtziehen

Das Ziehen von Silberdrähten durch immer kleinere Öffnungen wird "Drahtziehen" genannt


Drehen

Bei dieser Technik werden Behälter (Gefäße, Flaschenuntersetzer...) aus Silberblech auf einer Drehbank angefertigt.

Dazu wird ein speziell geformtes, hölzernes Spannfutter benutzt


Drücken

Das "Drücken" von Silber ist eine spezielle und alte Technik, bei der eine rotierende Silberscheibe durch Drückwerkzeug am geformten Hartholzblock hochgezogen wird.


Ecuelle

Dies ist eine durch cut-card verzierte Deckelschüssel mit Untersatz und zwei Ohrenhenkeln. Sie war für die morgentliche Breisuppe angedacht. (15.-18. Jahrhundert).


Eierstab

Der sogenannte "Eierstab" ist eine Ionisches Kymation (= fortlaufende Zierleiste mit friesenartigem Ornament). Hier sind konvexe Schmuckelemente (plastisch ovale Gebilde durch schmale Hohlstege getrennt) an den Rändern des Objektes eingearbeitet (Gravur, Ziselierung...)


Eingerollte Kanten

Bei Objekten aus Old Sheffield Plate oder anderen versilberten Stücken wurden die Kanten so umgebogen, dass das darunterliegende Kupfer nicht zu sehen war. Das Silber wurde entweder am Rand umgebogen, oder es wurde ein schmales Stück angelötet.


Elektro-Forming, Galvanoplastik

Das Elektro-Forming ist ein Verfahren zur Herstellung von Duplikaten.

Auf galvanischem Weg wird eine dünne Metallschicht in eine Form gebracht und wieder entfernt, wenn sie stabil genug ist. (Silber, Kupfer oder Feingold). Wenn Kupfer verwendet wurde, so wurde es anschliesend elektroplatiert.


Elektroplatiert

Beim Elektroplatieren handelt es sich ein ein Verfahren, bei dem ein Gegenstand versilbert wird: elektrischer Strom wird durch eine Kaliumcyanidlösung geleitet, dabei setzen sich die Silberionen an der Oberfläche ab und überziehen so das Objekt mit einer dünnen Silberschicht. Dieses Verfahren wurde um 1840 eingeführt und ist bis heute gebräuchlich.

Oft finden sich auf Objekten die Abkürzungen EPNS (elektroplatiertes Nickel/Silber) und EPBM (elektroplatiertes Britannia Metall).


Elektrum

Natürlich vorkommende Legierung aus Gold und Silber (Der Silberanteil liegt bei mindestens 20%)


Emaillemalerei

Die Emaillemalerei fand auf vielen Objekten Verwendung ( Etuis, Medaillons, Kelche, Glasobjekte...). Hierbei überzieht man das zu bemalende Objekt mit weißem opakem Email und bemalt diese Grundierung ähnlich wie bei der Porzellanmalerei mit reinen Metalloxydfarben, die danach eingebrannt werden.


Epergne

Als Epergne bezeichnet man einen Tafelaufsatz, der aus einer Kombination von Konfektschalen, Leuchtern und Streuern besteht


Fadendekor

So nennt man die Umrundung der Stiele (Griffe) bei Bestecken mit einem fadenförmigem Relief. Es ist sehr oft mit dem Gegenmuster kombiniert.


Fälschungen und Veränderungen

Um eine Fälschung zu erkennen, bedarf es eines Grundwissens über Beschauzeichen, Epochen, Stilrichtungen und der Anordnung der Stempel.

Es war schon immer legitim, alte Objekte zu reproduzieren, solange die Marke und der Jahresbuchstabe solche Nachbildungen ausweisen.

Natürlich verhält es sich ganz anders, wenn solche Reproduktionen als Original angeboten werden oder wenn ein Abguß des Originals mit der dementsprechenden Originalstempelung angeboten wird.

Ist dies der Fall, so handelt es sich eindeutig um eine Fälschung.

Eine weitere weitverbreitete Fälschermethode ist das "Herausschneiden" der Stempel aus einem minderwertigem oder schlecht erhaltenem Stück eines renomierten Herstellers. Dieser "Stempelflicken" wird dann in ein anderes Objekt "eingearbeitet".

In solch einem Fall erkennt man die Naht um diese eingesetzten Stempel mit einer Lupe.

Ist keine Lupe zur Hand, so wird die Naht durch ein "Anhauchen" sofort sichtbar.

Ist der Fäscher besonders geschickt, so wird der gesamte Bereich auf dem sich die Beschaumarken befinden, weggeschnitten und ersetzt. (z.B. der Boden einer Kanne).

In einem solchen Fall muss das Innere des Objektes untersucht werden, um die gut versteckten Lötstellen zu erkennen.

Entdeckt man jedoch "ersetzte Marken" an ausgewiesenen Kopien, so ist dies erlaubt. Marken an Gußabdrücken haben immer feine Pünktchen, dagegen sind echte Marken immer glatt.

Ein weitere Erkennungsmerkmal von Fälschungen ist die Abweichung der "genormten Anordnung" von Stempeln. So sind die Beschauzeichen am Boden einer viktorianischen Teekanne immer quadratisch angeordnet, die eines Löffels immer in Reihe. Werden nun die Marken eines Löffels eingearbeitet, so ist dies leicht zu erkennen.

Desweiteren können durch nachträgliche Veränderungen Objekte eine höhere Wertigkeit vortäuschen. Vor allem sind hier die "Bestecke" zu erwähnen, die durch das Abschleifen des häufig vorkommenden "Geigenmusters" in das "Old- English- Muster" verwandelt werden (ist bis zu 50% teurer). Ist dazu noch eine "Blankschliffdekoration" vorhanden, so erhöht sich der Wert um weitere 30%. Eine solche nachträglich angebrachte Verzierung erkennt der Fachmann am stärkeren Glanz und den schärferen Konturen.

Um ein abgeschliffenes Geigenmuster zu erkennen, wird der Griff mit Daumen und Zeigefinger an den Kanten gefasst und "befühlt", falls sie sich "scharf" anfühlen, kann es ein Hinweis auf eine Manipulation sein.

Wenn bei einem Besteckset z.B ein Messer, bei einer Menage ein fehlendes Fläschchen ersetzt wird, so ist dies hingegen legitim und eine gängige Praxis. Dies muss jedoch beim Kauf angegeben werden.

Allgemein können folgende Faustregeln

angewendet werden:

- Fälschungen haben einen geringen

Wert ohne Wertzuwachs. (Ungefähr

ein Fünftel des Orginalwertes oder

weniger).

- Rekonstrierte Objekte haben ca. ein

Viertel des Orginalwertes.

- Fehlen Teile oder sind nachträglich

welche ersetzt oder angebracht

worden, beträgt

der Wert ca. die Hälfte bis zwei Drittel

des Orginals.

- Reparierte Objekte haben nicht den

gleichen Wertzuwachs wie ein unver-

sehrtes Stück.


Fahne

Als Fahne bezeichnet man den Rand des Spiegels von Tellern und Platten. Die Fahne kann mit unterschiedlichsten Decor (graviert, ziseliert, durchbrochene Ornamente usw.) verziert sein.


Fancy Faces

In den Jahren 1930-1950 konnte man bei Golfschlägern vermehrt optische Verschönerungsmaßnahmen beobachten.

Der Anspruch an die schönen Dingen des Lebens stieg Ende der "Goldenen Zwanziger" enorm. Golfschläger sollten nicht nur gut, sondern auch extravagant und schön sein. Intelligentes und psychologisches Vorgehen beim Herstellen der Schläger förderten den Verkauf.

Durch das Verändern der Schlägflächen durch farbiges und kontrastreiches Design sowie durch Intarsien erlangten die Hölzer eine höhere Wertigkeit.

Die Persönlichkeit eines Jeden konnte durch das entsprechende "Fancy Face" zum Ausdruck gebracht werden.

Gleichzeitig entwickelten sich die Hölzer weiter, so nahm z.B. die Schlagfläche des Drivers zu und Fairwayhölzer wurden kompakter. Desweiteren machte der Stahlschaft in dieser Zeit eine enorme Entwicklung und wurde dadurch zum Standart.

Ab ca. 1950 wurde vermehrt "Persimmonholz" verwendet, dabei war Mac Gregor führend. Obwohl diese Holzsorte leicht reißen konnte, bestach sie durch ihre einzigartige Maserung und die satte Farbe.

Facy Faces gibt es mit Hickory- und mit Stahlschaft, farbig und dezent, mit und ohne Intarsien, mit unterschiedlichsten Motiven sowie aus Persimmonholz.


Feathery-Ball, Feather Ball

In der Zeit zwischen ca. 1500 und 1850 gab es die Periode der Feathery-Bälle (Federbälle).

Diese Golfbälle bestanden aus drei kunstvoll zusammengenähten Lederstücken, in die man Federn stopfte. Sie waren sehr anfällig gegen Feuchtigkeit, platzten leicht und waren nur sehr selten wirklich rund. Feathery-Bälle gab es in verschiedenen Größen und Gewichten.

1743 beschreibt Thomas Mathison in einem Gedicht "The Goff" die Herstellung eines Balls. Dabei wurden gekochte Federn in eine handgenähte Lederhülle gestopft. Die Federn stammten meist von Gänsen, mitunter auch von Hühnern. Sie wurden gekocht, um sie besser durch die kleine Öffnung ins Innere der Hülle drücken zu können. Dies war dennoch eine langwierige Arbeit. Selbst erfahrene Handwerker brachten nicht mehr als vier Exemplare am Tage zustande- die Bälle waren entsprechend kostspielig. Einige authorisierte Fabrikanten bezeichneten ihre Bälle mit ihrem Namen. Nur wenige sind bis heute erhalten geblieben, was sie äußerst teuer und selten macht.

Ein gut erhaltener "Federball" mit dem aufgedruckten Herstellernamen erzielt einen Preis von $ 20.000.- $ 40.000.- !!!

Ein "Federball" mit einem eher schlechten Erhaltungszustand oder ohne einen Namen hat dagegen einen Wert von $ 3.500.- bis $ 7.000.-, abhängig vom Erhaltungszustand.


Feingehalt

Der Feingehalt ist der Anteil an reinem Silber oder Gold in einer Legierung. Er wird heute in Tausendsteln ausgedrückt, früher bei Silber in Lot.

Ehemals wurde der Feingehalt in Lot für das Gewicht einer kölnischen Mark angegeben (1 kölnische Mark = 16 Lot).

Seit 1888 ist die Bezeichnung in 1000stel vorgeschrieben). Siehe auch "Silber" und "Lot".


Feston

Als Feston bezeichnet man eine Girlande aus Blättern, Blumen und Früchten, die meist noch mit Bändern umschlungen sind.


Feuervergoldung

Bei dieser Methode wird eine Mischung aus Gold und Quecksilber auf das Silber aufgebracht und erhitzt. Das Quecksilber verdampft und hinterläßt auf dem Objekt einen feinen Goldfilm


Filigran

Als Filigran bezeichnet der Fachmann ein Zierwerk aus Metallfäden mit Metallperlen (gekörnter Draht). Bei dieser speziellen Drahtbiegekunst entsteht ein feines, durchbrochenes Gespinst.


Flaschenuntersatz

Der Flaschenuntersatz ist ein Relikt aus den typischen Herren- und Zigarrenzimmern früherer Epochen, in die sich die Männer nach Tisch zum Portwein trinken zurückzogen. Der Flaschenuntersatz diente als Schutz des Mobiliars.


Friese

Eine Friese ist der Überbegriff für sich am Rand befindliche bandförmige, eingefasste Ornamente:

Blattranken Beschlagwerk mit Laub-und Blattfries Lorbeerfeston Eierstab Mäander Guilloche

Geigenmuster

Bezeichnet einen Löffelstiel mit breitem Ende der wie eine Violine aussieht. Wird auch "Fiedelmuster" genannt.


Gesägtes Silber

Ab ca. 1920 wurde "gesägtes Silber" in der Silberschmiedekunst öfters angewendet. Diese etwas modernere und einfachere Technik ermöglichte andere Gestaltungseffekte.

Das Muster wird dabei mittels Kohlepapier auf eine Silberplatte oder Silberblech übertragen (durchgepaust). Danach wird alles mit dem "Ankörner" nachgezogen. Mit einer Art Laubsäge (Zahnung 2/0) wird das Muster ausgesägt. Für durchlöcherte Ornamente muss mit dem Spiralbohrer ein Bohrloch gebort werden, durch das das Sägeblatt hindurchgezogen wird. Anschließend werden alle Ränder entgradet und gefeilt. (Anhänger, Stövchen usw.).


Godronierung

Nach aussen getriebenes, konvex und parallel verlaufendes Rippenornament (z.B. am Rand von Tabletts)


Granulation

Winzige Edelmetallkügelchen sind ohne Bindematerial mit der Oberfläche des Objektes verbunden


Gravur

Das Gravieren von Silber ist die älteste und weitverbreiteste Methode, um sehr feine Linien, Ornamente und Monogramme auf Objekten "einzuschneiden". Dies geschieht mit Nadel, Meißel, Punze, Stichel oder Graviermaschine.


Groteske

Als Groteske wird ein Rankenornament aus fantasievollen Früchten, Blättern, Menschen und-oder Tieren bezeichnet.

(Benennung nach den im Domus Aurea des Kaisers Nero gefunden Fresken)


Gründerzeit und der Gründerstil

Als „Gründerzeit“ bezeichnet man ausschließlich eine rasante wirtschaftliche Aufschwungphase in Deutschland und Österreich nach 1848 bis zum großen Börsenkrach 1873.

Leider wird der Ausdruck „Gründerzeit“ oft falsch benutzt und mit dem Historismus verwechselt (siehe auch Historismus).

Der „Gründerzeitstil“ entwickelte sich in dieser Zeit als Bedürfnis des industriellen Bürgertums nach Selbstdarstellung und kultureller Selbstverwirklichung. Nicht nur die Architektur wandelte sich und strebte nach neuen alten Vorbildern, sondern das gesamte Interieur passte sich an.

Leider sind sich viele Kunsthistoriker uneinig, wie lange der Gründerzeitstil eigentlich andauerte, und ob er nicht jäh mit dem Börsenkrach unterging und die weiteren Bauten und Kunstobjekte nun dem „Historismus“ zuzuordnen sind oder ob er die wirtschaftliche Depression überdauerte und bis ca.1914 zu datieren ist.

Um diese Frage zu klären, müssen geschichtliche und wirtschaftliche Hintergründe erläutert werden.

Nach der bürgerlichen Revolution (siehe auch Märzrevolution) 1848/49 kam es zu einer Phase enormer wirtschaftlicher Energie:

• Der Ausbau der Eisenbahnverbindungen führte zu einer erhöhten Nachfrage nach Kohle und Stahl. Dadurch kam es zur Gründung von Industrieimperien. (Das Bankhaus Rotschild finanzierte den Eisenbahnbau).

• Neue Gewerbe und Handelsgesetze wurden erlassen (wirtschaftlicher Liberalismus).

• Es waren enorme Kapitalmengen auf dem Weltmarkt, angeregt durch die Goldfunde in Amerika und Australien

• Aktiengesellschaften entwickelten sich. Dadurch konnte die Produktionskapazität ausgebaut werden.

• Große Banken entstanden (Deutsche Bank 1870, Commerzbank 1870, Dresdner Bank 1872)

• Sieg Deutschlands im Deutsch- Französische Krieg 1870/71. Danach Reparationszahlungen Frankreichs an Deutschland.

• Reichsgründung 1871, und damit eine Vereinheitlichung von Maßen, Münzen und Gewichten.

All diese Ereignisse führten dazu, das Deutschland zu einer großen Europäischen Wirtschafts-

Macht wurde. Aber die Schattenseiten dieser Gründerjahre und der Industriellen Revolution waren enorm. Das neureiche Bürgertum (Bourgeoisie) genoss seinen Wohlstand in vollen Zügen, wogegen die Arbeiterschicht (Proletariat) ausgebeutet wurde:

• Landflucht der ärmeren, ländlichen Bevölkerung. Dadurch entwickelte sich eine neue, arme Arbeiterschicht, das so genannte Proletariat.

• Soziales Elend und Epidemien in den Arbeitervierteln.

• Unmenschliche Arbeitszeiten für wenig Lohn, viele Arbeitsunfälle, Kinderarbeit, schlechte Ernährung und Unterkünfte usw.

Dieses „Vergessen“ der Arbeiterschicht führte zu sozialistischen und kommunistischen Strömungen in ganz Europa. Die wohl einflussreichste war der „Marxismus“ (Karl Marx 1818-1883 und Friedrich Engels 1820-1895).

Die „Gründerjahre“ endeten mit dem großen Börsenkrach (auch Gründerkrach genannt) im Oktober 1873. Die Ursachen sind zum einen im Ende der Reparationsleistungen Frankreichs zu sehen, zum anderen im übertriebenen Spekulationsfieber. Radikale Kursstürze und der Konkurs vieler Unternehmen waren die Folge. Erspartes Kapital ging massenweise verloren. Die Angst vor einem sozialen Abstieg machte sich breit. In diese Angst flossen Verschwörungstheorien, die wiederum dem Antisemitismus die Tür öffneten.

Deutschland versank in einer mehrjährigen wirtschaftlichen Depression.

Wenn wir nun auf die Silberschmiedekunst dieser „Gründerzeit“ eingehen, so muss eindeutig festgestellt werden, dass die prunkvollsten und aufwendigsten Arbeiten in dieser Zeitspanne anzutreffen sind. Geld spielte in den Zeiten des Aufschwungs keine Rolle. Alte Stilrichtungen wurden wiederentdeckt und aufwendig gestaltetes Silberbesteck gehörte zum guten Ton.

„Wir alle wissen, dass Kunst nicht die Wahrheit ist. Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt, wenigstens die Wahrheit, die wir als Menschen begreifen können.“

Pablo Picasso


Guilloche Emaille

Die Guilloche ist ein ornamentartiges Muster, das aus mehreren ineinander verwickelten und überlappenden Linien auf Silber graviert wird (Guillochieren).

Diese Linien bilden geschlossene Ellipsen.

Auf das gefertigte Objekt wird nun das Emaille (Schmelz) aufgebracht (Silikate und Oxide) und bei hohen Temperaturen geschmolzen. Dadurch entsteht ein Emailleüberzug, der das darunter liegende Guilloche durchschimmern lässt


Gutty-Ball, Gutta Percha Ball

Um 1850 hatte der Gutty-Ball den Feathery-Ball abgelöst und dominierte das Golfspiel. Ein gummiartiges Produkt Namens Gutta Percha, das in verschiedenen malaysischen Bäumen gewonnen wurde, war einfacher zu verarbeiten. Es war billiger und man konnte das Material besser spielen.

Zu Beginn hatten auch Gutta Percha-Bälle eine ebenso glatte Außenhaut wie die bis dahin verwendeten Feathery-Bälle. Doch Golfspieler merkten schnell, dass ein benutzter Ball mit Einkerbungen viel besser flog als ein neuer. Auf Grund dieser Tatsache behandelten nun die Ballhersteller ihre Produkte an der Oberfläche ehe sie sie in den Handel brachten. Die Einkerbungen wurden von Hand in den Ball geschnitten. Mit der Einführung von Drehbänken im Jahre 1875 änderte sich dies, da mit deren Hilfe zentrische Rillen in zwei Richtungen in die Balloberfläche geritzt werden konnten.

Die Produkte aus dem neuen Material waren härter und hielten länger als die Federexemplare. Ende der Fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatten die alten "Federbälle" endgültig ausgedient und waren vom Markt verschwunden.

Wie schon erwähnt entstanden die frühen Gutty-Bälle in Handarbeit. Sie wurden in heißem Wasser rund geformt und dann in kaltes Wasser getaucht, wo sie sofort erstarrten. Diese Bälle waren nicht gekennzeichnet und als glatte Gutties bekannt. Wenn die Bälle nagelneu waren, so hatten sie zu Beginn eine seltsame Flugbahn, was sich aber bei regelmäßigem Gebrauch gab. Daher versuchten die Hersteller sie zu kennzeichnen.

Vor allem Robert Forgan gab sich die Mühe, die Bälle mit einem Muster zu versehen, was sich aber nicht immer positiv auswirken sollte.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden die "Gutty-Bälle" in eisernen Formen hergestellt und hatten einen Kern aus Kork. Die Bälle variierten im Gewicht zwischen 26 und 29 Penny-weights. Zu den Herstellern, die ihre Bälle kennzeichneten, gehörten Willie Dunn, Robert Forgan, James Gourlay und Allan Robertson."

Fertigungsvarianten:

- hand formed = handgeformter Ball

- smooth = glatter, runder Ball

- cut by knife = Oberfläche mit Messer bearbeitet

- hand hammered = Oberfläche mit Hammer bearbeitet

- surfaceprocessed by machinery = Oberfläche maschinell bearbeitet

- mould = Oberfläche industriell geformed

"Silverston begann 1888 mit der Produktion von "Gutties" unter eigenem Namen.

Wenn man antike Bälle sammelt, ist es ratsam, markierte Bälle in gutem Zustand zu suchen. Im Laufe der Zeit wurden die Bälle eingewickelt und in Dosen verpackt. Diese Schachteln sind mitunter mit kleinen Kunstwerken illustriert und inzwischen ein eigenes Sammlergebiet geworden.

Orginal "hand hammered" gutties sind sehr selten. Ab $ 2.000.-

Der einzigartige historische "Henry`s Rifled Ball" wird auf $ 20.000.- geschätzt.

Alle anderen gutties erziehlen Preise von $ 50.- bis $ 6.500, abhängig vom Seltenheitswert und dem Erhaltungszustand.


Hallow Ware

Bezeichnung für Tafelsilber mit Ausnahme der Bestecke


Handgeschmiedet

Hierbei wird heißes Metall/Silber auf einem Amboss mit einem Ambosshammer bearbeitet.

Die "Arts and Crafts Bewegung" propagierte diese Silberschmidekunst.


Haskell-Ball, Bounding Billy

Der sogenannte "Haskell-Golfball" von Coburn Haskell und Bertram Work erhielt im Jahre 1899 ein Patent in den USA. Im Kern des mit Gutta Percha ummantelten Balls befanden sich gewickelte Gummibänder. Nur wenige Jahre später sollte der "Bounding Billy",so wurde der Haskell-Ball genannt, den Gutta Percha-Ball ablösen.

Die meisten Golfspieler stellten fest, dass sie mit dem Haskell-Ball einfach weiter spielten als mit dem Gutta Percha. In den folgenden Jahren wurde der Haskell-Ball ständig weiterentwickelt. Es gab unzählige Versionen mit verschiedenen Oberflächenmustern und ebeso viele Versuche, die Zusammensetzung des Materials zu verbessern. Die grundsätzlichen Idee, ein vulkanisiertes Gummiband um einen Kern zu wickeln, blieb erhalten, jedoch experimentierten viele Hersteller mit verschiedenen Außenmaterialien.

In den Jahren zwischen 1910 und 1920

gab es nun weniger spröde und haltbarere Gummierungen mit unterschiedlichen Musterungen (z.B. Mac Gregor mit folgenden Mustern: Diamant, dreiblättriges Kleeblatt, Halbmond, Brombeer, Dreiecke, zentrische Linien oder Rillen).

Auch wurde am Ballkern selbst herumexperimentiert: Es gab den Flüssigen und den Luftkern, massive Gummi-und Glaskerne und viele andere mehr.

Im Jahr 1920 wurde der Durchmesser sowie das Gewicht eines Golfballs durch R&A und USGA festgelegt (4,11 cm und 45,92 g).

Durch das Experimentieren wurden die Bälle immer "fester", der "Balata-Mantel"(=getrockneter Milchsaft/Latex des Balatabaumes) immer mehr gehärtet. Die Flugeigenschaften sowie die Halbarkeitsdauer wurden dadurch verbessert.

Die meisten Bälle dieser Zeit haben eckige oder runde Dimpels, einige Hersteller jedoch setzen auf unübliche Materialien und Muster.

Bei Golfballsammlungen aus dieser Zeit sollte darauf geachtet werden, das die Bälle in einem annehmbaren Zustand sind und das der Herstellername gut zu lesen ist.

Ist die Verpackung noch vorhanden, so hat der Ball eine höhere Wertigkeit.


Hickory (Pflanze)

Der aus Nordamerika und Ostasien stammende Hickorybaum gehört zur Familie der Walnussgewächse. Sein Holz ist sehr hart und belastbar und wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts zur Herstellung von Golfschlägern verwendet.


Historismus- ein Potpourri der Stile

Der Historismus bezeichnet ein Phänomen in der Künstler und Architekten auf längst vergessene Stilrichtungen zurückgriffen, und diese nachahmten oder mit dem Geschmack der damaligen Zeit vermischten.

Eine solche „Neuauflage“ aller unterschiedlichsten Epochen bediente den Geschmack des aufkommenden und finanzkräftigen Bürgertums (siehe auch Gründerzeit). Für jeden Haushalt gab es das entsprechende Interieur. Alt bewährtes wurde kunstvoll kopiert oder verschiedene Stile sogar vermischt (Eklektizismus) und in Sterling Silber, Old Sheffield Plate oder ab 1840 in elektroplatiertem Silber hergestellt.

Diese Renaissance war die Antwort auf die immer schneller fortschreitende Industrialisierung. Alles war möglich, doch zur gleichen Zeit besann man sich auch wieder auf „die Wurzeln der Silberschmiedekunst“ (siehe auch „Arts and Crafts“).

Der Historismus wird in Deutschland zwischen 1820 und 1920 datiert. Hier ist jedoch anzumerken, dass das Ende des Historismus mit der Blütezeit des Jugendstils in Beziehung zu setzen ist und das der englische Historismus ein paar Jahre früher begann.

Um den Überbegriff „Historismus“ besser verstehen zu können, müssen die einzelnen Stilrichtungen, die meist miteinander verschmolzen wurden, vorgestellt werden:

Neugotik:

Die Neugotik idealisierte das Mittelalter. Die Blütezeit war von 1830-1900. Szenen wie z.B. Ritterspiele und Minnesänger sind auf Schnupftabakdosen und Pokalen zu finden.

Neorenaissance:

Vorbilder der Renaissance des 16.Jahrhunderts wurden kopiert. Die Blütezeit war zwischen 1870 und 1885.

Neuromanik:

Diese greift auf Vorbilder der vergangenen zwei Jahrtausenden zurück. Die Blütezeit war von 1890- 1920. Byzantinische Formen fließen in die Kunst mit ein. Szenen aus der Antike sind oft anzutreffen.

Neobarock:

Verehrung der barocken Kunst. Ab 1885 in Koexistenz mit dem Jugendstil. Eine theatralische Kunstgestaltung ist anzutreffen.

Neorokoko:

Die üppigen Verzierungen des Rokoko werden nachempfunden. Ist ab 1830 zu finden. Wird auch Spätbarock genannt. Applikationen in Form von Pflanzen, Tierfüßen, Muscheln usw. sind stets anzutreffen, wobei die „Rocaille“, eine asymmetrische Muschel am häufigsten vorkommt.

Orientalischer Historismus:

Der Mythos des Orients wird umgesetzt. Die Blütezeit war von 1855- 1870 und ging dann in den Japonismus über (Japan beginnt 1870 mit seinem weltweiten Handel. Fernöstliche Einflüsse wie z.B. Bambus und Fächer, Wasserlilien und Kirschblüten werden zu beliebten Motiven). Die orientalischen Szenen zeigen Darstellungen aus türkischen Bädern, Frauen im Harem, „Mohren“ und Türken.

Neohistorismus:

In England und Frankreich wird dieser Begriff anders benutzt als in Deutschland. Er bezeichnet dort Stilphänomene, die bereits während der Renaissance und des Barock auftraten und sich dadurch auszeichneten, das sie sich an der griechisch- römischen Antike orientierten. In Deutschland hingegen bezeichnet man damit nach Beginn der 1920-er Jahre neohistorische Strömungen, die im Neoklassizismus ihren Höhepunkt fanden. (Architektur im 3. Reich)

In der Silberschmiedekunst der damaligen Zeit kann man einige Objekte eindeutig einer bestimmten Stilrichtung zuordnen. Die meisten Kunst und Gebrauchsgegenstände sind jedoch eine Mixtur verschiedener Einflüsse.

In England nennt man diese Zeitspanne den „Viktorianischen Stil“, Bezug nehmend auf die Regierungszeit Königin Victorias von 1837 bis 1901. Die unterschiedlichen Stil Einflüsse werden umschrieben (z.B. mit Rokoko Füssen, neoklassische Form usw.).

In Deutschland hingegen unterteilt der Silberfachmann meist in „Gründerzeit“ und „Historismus“ mit den dementsprechenden Einflüssen.

Frankreich muss in diesem Zusammenhang gesondert abgehandelt werden.

Der persönliche Geschmack des einzelnen bewertet die Schönheit eines Stückes. Was für den Einen überladen und schwülstig erscheint, ist für den Anderen die Quintessenz der Silberschmiedekunst.

„Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.“

Franz Kafka

(österreichisch-tschechischer Schriftsteller)


Hohlguss

Im Hohlguss gegossene Objekte sind nach dem Entfernen des Formkerns innen hohl.

Der Hohlguss erlaubt die Herstellung größerer Objekte ohne Naht (große Skulpturen, Einzelteile...).

Der Gussformkern ist ein Tonmodell über einem Eisengerüst. Der Kern wird von einer geformten Wachschicht umgeben, Kanäle werden eingebracht und das Ganze mit einem Formmantel aus dem Kernmaterial umhüllt. Wird nun das glühende Silber eingegossen, so wird die Wachsschicht ausgeschmolzen. Nach dem Erkalten wird die Form zerschlagen.


Huilier

Die Huilier wird auch Menage genannt. Es handelt sich dabei um ein körbchenförmiges Gestell für Öl- und Essigflaschen, meist noch mit anderen Behältern kombiniert. (Gewürzständer)


Importmarken, Imported Plate

Nach dem Zollgesetz von 1842 war es verboten, Silber, das nicht von einem englischen Prüfungsamt kontrolliert worden war, nach Großbritannien und Irland einzuführen. Eine zusätzliche Stempelung mit der Importmarke "F", der "Stadtmarke", der Standartmarke und des "Jahresbuchstaben" sowie des "Importeurs" wurde 1867 eingeführt. (Bei Objekten, die nach 1904 importiert wurden, verzichtete man auf das "F" und benutzte dafür den Dezimalwert des benutzten Standarts).

1844 wurde das Zollgesetz ein wenig verändert. Es wurde festgeschrieben, dass Silber,das vor 1800 hergestellt wurde, ohne zusätzliche Prüfung eingeführt werden konnte. Silberobjekte die nach 1800 hergestellt wurden mussten weiterhin geprüft und mit den Importmarken versehen werden.

Stempelung:

Stempel des Ursprungslandes

(Manchmal bis zu vier Stück)

Importstempel "F" Stadtstempel Jahresbuchstabe (Importdatum) "Schreitender Löwe" für Sterling

Silber

Importeur

Somit können bis zu acht Stempeln vorhanden sein. Dies hat immer wieder zu Verwirrungen geführt, wenn man das System jedoch kennt, ist es einfach zu verstehen.


J.H. Taylor

Geb. 19. März 1871 in Devon (England)

Gestorb. 10.Februar 1963

Majors 5, Open-Siege 1894, 1895, 1900, 1909, 1913

J.H.Taylor war wegen seines traditionellen, flachen Schwungs bekannt und dadurch ein Meister bei Wind und Wetter. Er erlangte insgesamt fünf Open-Siege.

Den Ersten im Royal St. George`s bei Sandwich (Kent) im Jahre 1894. Sechsmal belegte er den zweiten Platz bei der Open. Seine Bestleistung erreichte er bei einem Sieg 1900 in St. Andrews. Er erziehlte in jeder Runde das Bestergebnis und bezwang seinen Mitspieler Vardon mit acht Schlägen Vorsprung.

Er entwarf viele Kurse und in einem davon, Royal Mid Surey, wurde er Pro. J.H. Taylor spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung der Professional Golfer´s Association (PGA).

"Vardon spielte, als wenn er Golf liebte, Braid, als wenn er seiner täglichen Arbeit nachginge, und Taylor manchmal, als wenn er Golf hasste."

Bernard Darwin, Golfjournalist und Golfer


Jugendstil

Der Jugendstil in der Silberschmiedekunst hatte seinen Höhepunkt zwischen 1880 und 1910. Kennzeichnend war, dass diese Stilrichtung über Europas Grenzen hinaus ging und auch Nachahmung und damit internationale Anerkennung in Asien und Amerika erlangte.

Die typische geschwungene Linienführung und die flächigen floralen Ornamente finden sich auf allen Kunst- und Gebrauchsgegenständen dieser Zeit:

Die üppigen Formen erinnern an einen Frauenkörper, die Verzierungen zeigen eine große Verbundenheit mit der Natur und all Ihren Lebensformen.

Die kühle und zurückhaltende Eleganz des Silbers wirkt im Jugendstil wie ein verspieltes junges Mädchen. Romantische Gefühle werden wach beim Betrachten von Ornamenten aus Blumen und Ranken.

Die Leichtigkeit des Seins, in einer Momentaufnahme eingefangen und im Edelmetall verewigt- das kalte Silber wird lebendig und erinnert an den Mond, erinnert uns an eine Zeit in der wir noch zu träumen wagten.

Als sich der erste Weltkrieg abzeichnete, verschwand auch der Jugendstil…die Träume waren ausgeträumt.


Kannelierung

Dies sind senkrechte konkave Auskehlungen an Säulen und Pfeilern, aneinenderstoßend oder durch Stege getrennt (frz. cannelure = Rinne, Furche, Rille). Sie dienen der optischen Strukturierung.


Kartusche

Als Kartusche bezeichnet man eine meist ovale, schildartige glatte Fläche mit Rahmendecor. Hier konnten Monogramme, Wappen und Inschriften eingraviert werden.


Karyatiden

Als Karyatien bezeichnet man eine weibliche Stützfigur anstelle einer Säule.


Klassifizierung

Antike Golfbälle, Golfschläger und Zubehör unterliegen einer gängigen Klassifizierung zur Zustandsbeschreibung. Es gibt zwei Klassifizierungssysteme:

1. Es werden sechs Zustände unterschieden, wobei der Erstgenannte einen perfekt erhaltenen Ball/Schläger (absolut neu) beschreibt:

- Mint

- Mintlike oder like Mint

- Excellent

- Average

- Fair

- Poor

Um eine noch genauere Unterteilung zu erhalten, bedienen sich Händler und Sammler bei dieser Klassifizierung noch einer weiteren Einteilung:

AAA = Note 1

AA = Note 2

A = Note 3

2. Desweiteren werden 10 Gradeinteilungen unterschieden, wobei auch hier der Erstganannte einen fabrikneuen Ball/Schläger beschreibt.

G-10: Absolut neu, keinerlei Gebrauchsspuren

G- 9: Wie neu, keinerlei Gebrauchsspuren, nur Spuren des Alterungsprozesses

G- 8: Minimale Gebrauchsspuren

G- 7: sichtbarere Gebrauchsspuren mit minimalen Kratzern und Abnutzungserscheinungen

G- 6: Sichtbare Gebrauchsspuren mit Abnutzungserscheinungen, immer noch besser als ein durchschnittlicher Schläger.

G- 5: Durchschnittlicher Erhaltungszustand mit sichtbaren Gebrauchspuren. Immer noch sammelwürdig.

G- 4: Knapp unter dem Durchschnitt mit schweren Gebrauchsspuren. Bei seltenen Golfschlägern immer noch sammelwürdig.

G- 3: Weit unter dem Durchschnitt mit schweren Gebrauchsspuren, es sind Teile schlecht ersetzt worden oder sie fehlen komplett. Bei sehr seltenen Objekten immer noch sammelwürdig.

G- 2: Nicht sammelwürdig, da schwerste Gebrauchsspuren vorhanden sind. Wenn es ein sehr sehr seltenes Objekt ist wird es in den Grad - 3 erhoben.

G- 1: Für den Müll

Die Preise staffeln sich je nach Gradeinteilung wie folgt:

G- 9: voller Antik-Wert 100 %

G- 7: ca. 50-60 %

G- 5: ca. 30-50 %

Bei sehr seltenen Objekten sind die Preise nicht festgeschrieben.


Knorpelstil

Der Knorpelstil (auch Knorpelbarock oder Ohrmuschelstil genannt) ist der Stil der plastischen Kunst des 17. Jahrhunderts (Nachfolge des Manierismus). Er entstand aus dem niederländischen Knorpelwerk. Dieses Barocke Ornament zeichnet sich durch bewegte, fließende, sich wulstig verdickende, fleischige Gebilde und Masken aus. Hauptbestandteil sind ohrmuschelartig angeordete Akanthusblätter.


Kowsch

Ein Kowsch ist ein russisches Gefäß mit einer bootförmigen, kellenartigen Schale und flachem Henkel


Kredenz

Präsentierteller, lat. credere = Glaube, Vertrauen. Die kredenzten Gaben wurden von Vorkostern als unbedenklich und giftfrei befunden.


Kuppa

Italienischer Begriff für die Schale von kelchförmigen Trinkgefäßen


Lacküberzug

Um zerbrechliche und schwer zu reinigende Silberobjekte vor dem Anlaufen zu schützen, wird ein spezieller Lack auf das Objekt aufgetragen. Dieser Anlaufschutz ist im Fachhandel zu erhalten.


Laffe

Schöpfteil eines Löffels.


Lavoir

Kanne und Becken für Handwaschungen


Lot

Vor 1888 berechnete man den Feingehalt des Silbers in Lot, dessen Zahlenstempel häufig auf altem deutschen Silber zu finden ist. Es war nicht ungewöhnlich (vor allem in Notzeiten), Objekte mit geringem Feingehalt herzustellen.

Die weißglänzende Silberfarbe kann bis zum Feingehalt von 8 Lot erhalten bleiben, geringere Silberlegierungen färbte man durch "Weißsieden".

Feingehalt in Lot:

1 Lot = 062,5 / 1000

4 Lot = 250,0 / 1000

6 Lot = 375,0 / 1000

8 Lot = 500,0 / 1000

10 Lot = 625,0 / 1000

12 Lot = 750,0 / 1000

13 Lot = 812,5 / 1000

14 Lot = 875,0 / 1000

15 Lot = 937,5 / 1000

16 Lot = 1000 / 1000


Mäander

Als Mäander bezeichnet man ein laufendes Banddekor. Es ist rechtwinklig oder spiralig (laufender Hund). Die Bezeichnung Mäander ist auf einen Fluß in Kleinasien zurückzuführen (Mäandros).


Martele

Martele ist französisch und bezeichnet die absichtlich belassenen dicht gesetzten Hammerspuren auf der Oberfläche des Objektes.


Mashie

Mashie ist ein allgemeiner Begriff für ein "Eisen 5-7".

Der erstmals 1881 eingeführte Mashie erfreute sich wachsender Popularität und gehörte in den Jahren 1890 zum normalen Zubehör eines jeden Golfers.

Ursprünglich waren Mashies eine Kreuzung zwischen einem Lofter und einem Niblick, wobei die Schlagfläche ein bisschen kürzer und größer ausfiel.

Es war üblich, ein "M" für Mashie am Schlägerrand zu stempeln.

Mid Mashie (Eisen 3)

Mashie Iron (Eisen 4)

Mashie (Eisen 5)

Spade Mashie (Eisen 6)

Mashie Niblick (Eisen 7)

Die heutige Entsprechung in Klammern ist nicht immer genau. Diese Einteilung dient nur zur Orientierung und zum Verständnis der unterschiedlichen Begriffe.


Maskaron

Andere Bezeichnung für Maske. Ein plastisches Decor mit fratzenhaftem Menschen- oder Tierkopf


Mattierung

Um einigen Oberflächen ein mattes Aussehen zu verleihen, werden sie mit speziellen Punzen bearbeitet. (Ab dem 16. Jahrhundert).


Münzsilber

500-er Silber mit mindestens 50 % Silber. Der Rest besteht aus Kupfer u.a.


Niello / Schwarzschmelz

Besondere Methode, bei der eine Gravur anschließend mit einer schwarzen Substanz (Kupfer-Silber-Schwefel-Mischung) ausgefüllt wird. Die Überreste werden wegpoliert.


Nodus

Als Nodus bezeichnet man eine knotenartige Verdickung am Schaft von Pokalen, Leuchtern, Urnen und Kelchen


Ohrmuschelstil

Später Knorpelstil, mit an Ohrmuscheln erinnernden Ornamenten. (Ornamentform des Barock). Symmetrisch wulstig geschwungene Formen mit ohrmuschelartig auslaufenden Voluten. Sehr beliebt im Manierismus


Old Sheffield Plate

Als "Old Sheffield Plate" bezeichnet man eine spezielle Technik der Versilberung, die vor dem Zeitalter des Elektroplatierens (vor 1840) angewand wurde.

Diese Methode wurde 1743 von einem Messerschmied in Sheffield entdeckt und 100 Jahre lang angewand, bis das Elektroplatieren erfunden wurde.

Bei der Herstellung wurde ein Kupferbarren mit einer oder mehreren Lagen Silber bedeckt (umwickelt). Danach wurde ein Kupferblech um den gesamten Kupfer-Silber-Barren gewickelt und mit Draht verschnürt. Nun wurde alles mit Borax (=Schmelzmittel) bestrichen. Der Barren wurde erhitzt, das Kupferblech entfernt und die entstandene "Sandwichverbindung"dünn ausgerollt. Nun konnten die Silberschmiede das Material bearbeiten.

Erkennungsmerkmale von Old Sheffield Plate:

Kupferspuren + umgewälzte Kanten + graue Lötspuren + Nahtstellen (durch das Anhauchen zu entdecken) + verzinnte Unterseiten und Innenbereiche + eingeschliffene oder applizierte Schilde.

Da Old Sheffield Plate älter als elektroplatiertes Silber ist, hat es natürlich auch eine höhere Wertigkeit.

Bitte verwechseln Sie nicht "Old Sheffield Plate" mit "Sheffield Silber"!


Palmette

Ein antikes Ornament aus fächerförmig geordneten Blättern. (Häufig im 19. Jahrhundert anzutreffen)


Pap-boat

Als "pap-boat" bezeichnet man eine schiffsförmige Schüssel mit einer Tülle, mit der Kinder im 18.Jahrhundert gefüttert wurden (eine Art Schnabeltasse). Später wurden sie auch als Saucieren benutzt.


Patene

Flacher Teller für das Brot bei der Eucharistiefeier


Patina

Schöner dunkler, silberblaue Glanz, den Silber mit der Zeit bekommt.


Pektorale

Antiker und mittelalterlicher Brustschmuck in Spangen- oder Schildform. In der Antike besondere Form des Amuletts.


Perlmutt

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Perlmutt immer häufiger verwendet.

Das schillernde Innere schalenbildender Mollusken wurde durch das Entfernen (durch Sandstrahlen) der Äusseren Schalenschicht gewonnen. Das Perlmutt wurde geschliffen und poliert und je nach Farbgebung bei Kunst- und Gebrauchsgegenständen verwendet:

Holzverzierungen (Intarsien)

Griffe für Besteck und Siegel

Karten-und Zigarettenetuis

Potmonaies

Pillen-und Puderdosen

Knöpfe

usw.


Perusilber

Kupfer-Silber-Legierung mit 30-65 % Kupfer, 30-40 % Silber und 5-30 % Nickel.


Pin Up Art

"Als die sogenannten "Pin-up-girls" während des zweiten Weltkrieges bei britischen und amerikanischen Soldaten immer beliebter wurden, rüsteten viele Zigarettenetui-Hersteller um, und werteten langweilige, jahrelang auf Lager liegende Zigarettenetuis auf, indem sie nachträglich "Pin-up-Motive" applizierten.

Diese Etuis waren und sind sehr beliebte Sammlerobjekte.

Die "Pin-up-Art" wurde während des zweiten Weltkrieges auch noch durch die sogenannte "Nose-Art" verbreitet. Hierbei handelte es sich um die kunstvolle Bemalung von der "Nase" der Kampfflugzeuge. Diese Form der Verzierung von Kampfflugzeugen ist auch heute noch bei der amerikanischen Luftwaffe bei Kampfeinsätzen anzutreffen.

Die Pin-up-Art wurde erst in den 1980-er Jahren als Kunstform anerkannt. Der Höhepunkt dieser erotischen Darstellungen von Frauen waren die 1940-er und 1950-er Jahre. Marilyn Monroe war das berümteste Model dieser relativ kurzen Epoche.

Dienten die "Pin-up-Zigarrettenetuis" während des Krieges den Soldaten als ein Stück Heimat in der Westentasche, so erfüllen sie heute ihren Zweck als begehrte Sammlerobjekte."


Planieren

Als Planieren bezeichnet man die Bearbeitung einer Oberfläche mit Spezialhämmern zum Ausgleich von Unebenheiten. (Nach dem Aufziehen einer Form)


Plaque

Die Herstellung von Plaque ist ein altes mechanisches Verfahren zur Versilberung. Dabei wird unter hohem Druck und Wärme eine Silberschicht mit Kupfer fest "verschweißt". Bei der Weiterverarbeitung kommt die Kupferschicht natürlich nach innen. Bitte nicht mit "Old Sheffield Plate" verwechseln!


Plate

Vor 1743 wurden Objekte aus massivem Silber und Gold mit "Plate" bezeichnet. Der Ursprung ist in dem spanischen Wort "plata" (Silber) zu sehen.

Ernstzunehmende Fachleute bezeichnen damit alle Silberobjekte vor 1743, jedoch wird der Begriff ständig falsch bei elektroplatiertem Silber verwendet.


Porringer

Kürbisförmiges Henkelgefäß aus Amerika für Getränke und Suppen.


Prägen

Beim Prägen wird wie im Münzwesen die Form in das gegossene Silber gedrückt


Präsentierteller

Im 17. und 18. Jahrhundert war der Präsentierteller ein Schaustück (besonders gearbeiteter und verzierter grosser Teller ), auf welchem zu besonderen Anlässen Speißen und Getränke gereicht wurden.


Pseudo Marken

Als 1743 das Versilbern (Old Sheffield Plate) in Mode kam, begannen viele Silberschmiede Ihre Objekte mit "eigenen Stempeln" zu versehen, um eine höhere Wertigkeit vorzutäuschen. Da diese "Eigenkreationen" den Beschauzeichen für Sterling Silber sehr ähnlich waren, rebellierten/protestierten 1772 die Silberschmiede Englands. Ab 1784 wurden jedoch die "eigenen Stempel" gesetzlich erlaubt und viele Manufakturen entwickelten Ihr eigenes "Logo".

Um 1850 wurde die "Regestration Mark"

in England eingeführt, um das genaue Herstellungsdatum für elektroplatiertes Silber festzuhalten.

Diese Kennzeichnung erleichtert die Recherche für versilberte Objekte sehr, da die Eintragungen in die damaligen Handelsregister mit den speziellen Stempeln geschah.

Leider sprechen viele Fachleute auch beim "Hanau Silber" von "Pseudo Marken", obwohl die meisten Stücke aus 800-er oder aus Sterling Silber bestehen.

Hanau Silber sollte mit seinem eigenständigen Punzierungssystem

nicht in einem Atemzug mit den Pseudo Marken genannt werden.


Quadruple Plate

Quadruple Plate ist eine amerikanische Handelsbezeichnung, die besagt, dass ein Objekt beim Elektroplatieren viermal in die Säure getaucht wurde


Quaich

Dies ist ein kleiner und flacher Holzbecher mit zwei Griffen. Oft war er mit silbernen Ringen umgeben. (Stammte ursprünglich aus Schottland)


Rattenschwanzlöffel

Die ist ein Löffel mit V-förmiger Stielverlängerung zur Verstärkung der Laffe.


Rechaud

Rechaud wird auch "Stövchen" genannt. Es handlt sich um ein kleines Wärmegerät für Kannen und Speiseplatten, welches durch Holzkohle, Torfglut oder Spiritusflamme beheizt wird.


Repoussieren

Als Repoussieren bezeichnet der Fachmann eine Silberverzierung durch Treibtechniken. Dadurch entsteht ein Reliefdecor durch Treiben von innen mit hervorgehobenen Kanneluren: Pfeifen bei geraden und Melonenrippen bei geschweiften Kanneluren.


Reserve

Als Reserve wird eine ausgesparte Fläche bezeichnet, die sich vom Decor abhebt.


Restaurierte Golfbälle, repainted balls

Seit vielen Jahren werden restaurierte Golfbälle auf dem Sammlermarkt angepriesen. Die erneut mit Farbe bearbeiteten Bälle sind visuell sehr ansprechen, da sie kontrastreich gearbeitet wurden. Oftmals hat diese "Bemalung" mit dem ursprünglichen Design nichts mehr gemeinsam. Der Wert eines "repainted ball" ist über 50%-70% (je nach Restauration) gemindert und diese "Erneuerung" muss vom Verkäufer angegeben werden.

Leider beobachte ich immer wieder, dass "repaintet balls" zu einem unverschämt hohen Preis angeboten und verkauft werden.

Dennoch gibt es kontrastreiche Golfbälle in einem perfekten Zustand, die nicht bearbeitet wurden.

Im Zweifelsfall müssen Sie einen Fachmann- bzw. Fachfrau kontaktieren. Seriöse Händler helfen gerne.


Riechfläschchen

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde zur Ersten Hilfe bei Schwindel- und Ohnmachtsanfällen Riechsalz in "Riechfläschchen" unter die Nase der Patientin gehalten. Die durch meist zu enge Kleidung und Korsetts verursachte Unpässlichkeit verursachte einen Herstellungsboom modischer und luxeriöser Riechfläschchen. Sie waren in jedem vermögendem Haushalt zu finden, das Riechsalz bestand meist aus Ammoniumcarbonat, welches zusammen mit einem feuchten Atem zu Ammoniak wurde. Dies verstärkte den Atemreflex. In englischen Riechfläschchen wurde das Ammoniumcarbonat noch mit ätherischen Ölen "verfeinert".

Bei Fläschchen aus Sterling Silber befinden sich die Stempel auf der Basis, dem Deckel und dem Gitterost. Oftmals wurden auch Schnupftabakflaschen durch Hinzufügen eines Gitterrostes in ein Riechfläschchen verwandelt. Sie sind auf Grund einer schlechteren Verarbeitung leicht zu erkennen und haben eine geringere Wertigkeit gegenüber "echten" Fläschchen.


Rocaille

Eine Rocaille iat ein asymmetrisches Muschelornament. War charakteristisch für das Rokoko und Neorokoko (Historismus).


Rollwerk

Dekorationsform mit plastischen, an den Ecken eingerollten Bändern und Stegen (ab ca. 1530 in Frankreich, ab dem 16. und 17.Jahrhundert in Deutschland). Das Rollwerk findet sich vor allem bei Wappen und Kartuschen (=Kartuschenwerk).


Russisches Silber

Russisches Silber ist in der heutigen Zeit sehr beliebt und wird hoch gehandelt. Die vielfältigen Arbeiten russischer Silberschmide sind oft filigrane, mit Niello- und Emailtechnik bearbeitete Objekte.

Die in einer komplizierten Emaille-und Goldschmiedetechnik hergestellten und hoch gehandelten "Faberge-Eier" wurden schon vor "Perestroika" und "Glasnost" auf der gesamten Erdkugel berühmt.

Typisch russische Objekte sind:

filigrane Silber- Emaille- oder Goldeiersilberbeschlagene IkonenDie "Bratina" (Gefäß mit bauchigem Körper, Fußring und kleinem Lippenrand)"Kowsch" mit bootförmiger, kellenartiger Schale und flachem Henkel"Charka" (kleines mit Henkel versehenes Gefäß)

Der Feingehalt russichen Silbers wird in "zolotnik" angegeben. Nach 1798 waren 84 und mehr zolotnik üblich:

84 zolotnik = 875/1000

90 zolotnik = 937/1000

94 zolotnik = 980/1000

96 zolotnik = 1000/1000

Punzierung:

Staatsstempel mit kaiserlichem Doppeladler und Krone ab 1700

Stadtmarken ab 1750

Die "Kokoshnik Marke" 1896-1908 ist ein nach links schauender Frauenkopf + zolotnik + Initialen des Beschauers.

Die "Kokoshnik Marke" 1908-1922 ist ein nach rechts schauender Frauenkopf + zolotnik + Stadtmarke.

Die Stadtmarke + Hersteller + zolotnik + Beschauer mit Jahreszahl.


Salver

Englische Anbietplatte (meist rundes Tablett) aus Silber in verschiedenen Größen. Es wurden Gläser und Getränke, sowie Briefe und Karten darauf transportiert und dargereicht.


Sandformverfahren

Bei dem seit 1800 gebräuchlichen Sandformverfahren erfolgt nach dem Gipsabdruck des Tonmodells die Einlagerung in einem Formkasten und dadurch die Herstellung einer Negativform durch Sand (der Sand ist mittels Bindemitteln stabilisiert). Dann wird das Modell entfernt und der verbliebene Hohlraum mit geschmolzenem Silber ausgegossen. Die Form wird nach dem Erkalten zerschlagen.


Schenectady

Aus all den "Schlägererfindungen" zwischen 1900 und 1910 ragt der Schenectady-Putter als historische Besonderheit heraus.

Im Jahre 1903 wurde der Schläger von Arhur Knight in Schenectady/New York patentiert. 1904 hatte er seinen grossen Auftritt bei der Britisch Amateur Championship, als der Longhitter Edward "Ted" Blackwell von Walter Trevis, der mit solch einem Schenectady spielte, deutlich geschlagen wurde. Die Engländer reagierten nicht besonders erfreut über den Sieg eines Ausländers. Es kam zu einer großen Debatte und trotzig wurde der neu entwickelte Putter als Schuldiger ausgemacht. Er sollte angeblich dem Spieler einen unfairen Vorteil verschafft haben.

Im Jahre 1910 setzte der R&A den Schenectady sowie alle anderen Putter mit mittig angebrachtem Schaft auf den Index der verbotenen Schläger.

Aus den unterschiedlichen Ansichten zu dem Schenectady entwickelte sich eine Kontroverse zwischen England und Amerika die das Verhältnis zwischen R&A und der USGA stark belastete. Ein Bruch der zwei Verbände hätte sogar dazu führen können, dass sich das Spiel in zwei unterschiedliche Richtungen entwickelt. Glücklicherweise ließen sich die beiden Verbände trotz ihrer Unstimmigkeiten bezüglich des Schenectady nicht dazu verleiten, ihre Zusammenarbeit einzustellen. Im Jahre 1951 gab der R&A seine Vorbehalte gegen den Schenectady und bauähnliche Putter auf.

In einer antiken Schlägersammlung sollte dieser "besondere und kontrovers disskutierte Putter nicht fehlen.


Schnabel

Dies ist ein separat gefertigter kurzer Ausguß, der auf den Kannenkorpus appliziert wird


Schweifwerk

Ornement aus C- und S- förmigen Volutenspangen, die im Unterschied zum Bandwerk ihre Breite verändern. Wurde vor allem um das 16. Jahrhundet und im Historismus verwendet.


Silber

Silber wurde in der Antike als die"Tränen des Mondes" bezeichnet.

Der weisslich- bläuliche Farbton und der enorme Glanz wurde mit dem Leuchten des kalten Mondes gleichgesetzt. (Im Gegensatz dazu wurde Gold immer mit der Sonne in Verbindung gebracht).

Der Schmelzpunkt liegt bei 960,5 °C Silber hat die grösste Wärme- und elektrische Leitfähigkeit chemiche Bezeichnung: Ag Lateinisch: "argentum" Silber ist für den Gebrauch zu

weich deswegen werden andere

Metalle (meist Kupfer) beigemischt

Der Mischungsvorgang wird

"Legierung"genannt

In der Natur kommt Silber in "Silbererzen" vor und wird in neun Arten unerteilt:

Rohsilber (gediegenes Silber)bleifarbenes Silber (Argentit)rotes Silber (Rotgültigerz)weißes Silber (Weißgültigerz oder Polytelit)schwarzes Silber (Stephanit)graues Silber (Fahlerz)purpurrotes Silber (Kerargyrit)safrangelbes Silber (Bromyrit)lederfarbenes Silber (Hornerz)In gediegener Form ist Silber oft mit Gold vermischt (Natürliches Weißgold). Das natürlich vorkommende

"Elektrum" ist eine Gold-Silber-

Legierung mit mindestens 20%

Silber.

Silber bekommt durch Sauerstoff sowie durch schwefelartige Speisen (Eigelb, Nüsse...) einen schwärzlichen Überzug aus Silbersulfid-und oxid. Das Edelmetall wird dadurch nicht angegriffen und durch einfaches Polieren erstrahlt die Oberfläche in neuem Glanz.

Der Feingehalt (Korn, franz.: titre a loi, engl.: standart, Mittelalter Gelöt) ist das überprüfbare Verhältnis von reinem Silber zu Kupfer. Der Silberanteil einer Legierung wird in 1000 Teilen angegeben.

Diese Richtlinien wurden im Mittelalter durch das "Zunftwesen"manifestiert und durch Beschaumeister kontrolliert.

Solche Beschaumeister hatten zur Feingehaltsprüfung zwei Methoden zur Auswahl:

1. Die Strichprobe: Das Objekt wurde über eine Kieselschieferplatte gezogen und der Abrieb, der dabei entstand wurde mit dem "Probewasser" aus Salz-und Salpetersäure vermischt. Ein Farbvergleich gab Aufschluss über die Legierung...

2. Das Kupellieren: Hier wurde dem Prüfungsobjekt mit eine dünnen Nadel etwas Silber entnommen (Tremolierstrich). Diese Probe wurde gewogen und mit Blei eingeschmolzen. Der Schmelztiegel war aus Holz, die Innenwand war mit Holzasche und gebrannten Knochen ausgekleidet- das unedle Metall wurde aufgesaugt und das verbliebene Silber gewogen.


Silberne Einlegearbeit

Bei dieser Methode wurde Schildpatt durch Erhitzen so weich gemacht, dass man anschließend Silberdekorationen hineinpressen konnte


Silberschild

Da Old Sheffield Plate wegen des darunter liegenden Kupfers nicht gut zu gravieren war, wurde ein Loch in das Objekt geschnitten und ein komplettes Silberstück eingepasst


Spiegel

Der Spiegel ist der vertiefte Grund von Tellern, Platten und flachen Schüsseln. Der Spiegel ist von der "Fahne" umgeben.


Sporenbecher

Aus einem Sporenbecher tranken die Jäger bevor sie zur Jagd gingen.


Square-Toe, Square Toa

Die ersten Eisen (1600-1800), waren im Verhältnis zu heutigen Eisen sehr groß und meist sehr schwer. Sie wurden "Square-Toa" genannt. Diese Eisen wurden von Huf- oder Waffenschmieden mit Amboß und Hammer gefertigt. Die Sohle wurde nicht gehämmert und war nicht abgerundet. (Abgerundete Sohlen gab es erst ab dem 18. Jahrhundert). Eine Art Schiene wurde an der Schlägersohle belassen. Dies diente dem Herausschlagen des Balls aus einer schwierigen Lage (Befreiungsschlag aus einer Bodenrille, Gestein und Schlamm).

Das etwas leichtere Eisen aus dieser Zeit hatte keine belassene Schiene.

Square-Toas hatten ein sehr langes und starkes Hosel.

Die Square Toas sind sehr selten und dadurch auch extrem teuer. Da die bekannten Exemplare gerade mal zwei Golftaschen füllen, ist es verständlich, das mit Preisen ab 100 000.- US-Dollar zu rechnen ist.


Tantalus

Dies ist die korrekte Bezeichnung für einen viktorianischen verschließbaren Flaschenhalter.

Die Bezeichnung Tantalus geht auf eine Figur der griechischen Mythologie zurück. (Tantalos frevelte den Göttern und wurde von diesen mit Hunger und Durst bestraft).

Der Flaschenhalter aus versilbertem Metall und Holz ließ sich meist durch ein Schloss sichern. Dieses System war auch noch in der edwardischen Zeitperiode anzutreffen.

Einige Flaschenhalter sind aus Sterling Silber, die meisten sind jedoch aus Holz mit versilberten Beschlägen.

Die Karaffen sind oft aus geschliffenem Kristallglas, können aber auch aus einfachem Glas sein.


Tauschieren

Bezeichnung für das Einhämmern (auch aufnieten, bekleben und eingießen) von Edelmetalldrähten oder Metallplättchen in eingeschnittene Rillen und Vertiefungen eines anderen Metalls. Man unterscheidet die Linien- und die Flächentauschierung. Es entstehen kunstvolle Metallintarsien.


Tazza

Als Tazza (ital.) bezeichnet man seit dem 16. Jahrhundert eine flache, schalenartige Kredenz auf einem hohen balusterförmigen Schaft mit einem breiten Fuß. In Ihr wurden Obst, Konfekt und kandierte Früchte angeboten. Sehr häufig gab es sie im Historismus und Jugendstil. Da sie meistens aus Engand stammen, bezeichnet man sie auch umgangssprachlich als "sweet-meat-cup" (Konfektschale).

(Einige bezeichnen auch eine Trinkschale mit erhöhtem Rand als Tazza)


Tees

Golf Tees- Entwicklung und Übersicht

In der heutigen Zeit ist das Golf Tee nicht mehr wegzudenken. Es ist im Laufe der Zeit zu einer Selbstverständlichkeit geworden.

Jedoch war dies nicht immer so. Dieses kleine Zubehör, das in den Taschen eines jeden Golfers zu finden ist, hat eine Jahrhundertlange Entwicklung hinter sich.

Seit über 500 Jahren versuchten Spieler Ihren Ball am Abschlag höher zu legen, um dadurch das Treffmoment zu optimieren.

Anfänglich wurde durch das “Einhacken“ des Absatzes eine Erhöhung auf dem Untergrund geschaffen, auf welche der Ball gelegt wurde. Da die Abschläge dieser Zeit von diesen „Schuhabdrücken“ übersäht waren, ging man auf das Formen von kleinen Erd- oder Sandhügeln über.

Hierfür wurde der umliegende Untergrund zusammengekratzt und der Ball platziert. Nach dem Abschlag wurde der „Dreckhaufen“ wieder dem Erdboden gleichgemacht.

Um 1885 wurden die ersten Sand-Tee-Formen hergestellt. Ihre Popularität verhalf Ihnen zu einer langen Produktionsdauer. Erst Ende der 1920-er hatten sie ausgedient. In dieser Zeitspanne entstanden 31 verschiedene und dokumentierte Sand-Tee-Formen. Sie sind in Sammlerkreisen sehr beliebt und erzielen Preise von 400.- bis 8 000.- €, je nach Alter und Seltenheitswert.

Parallel entwickelten sich weitere Tee Designs.

Das erste patentierte Tee wurde 1889 von William Bloxsom und Arthur Douglas aus Schottland hergestellt. Hierbei handelte es sich um eine schmale Gummiplatte mit einem eingearbeiteten hohlen Zylinder.

Im Jahre 1890 erschien in einem Britischen Golfjournal ein Bericht über die Weiterentwicklung der Tees. Sie wurden in den Boden gedrückt und erinnern an die heute übliche Form.

Das „Perfectum“ wurde 1892 patentiert und von Percy Ellis of Surrey aus England entwickelt. Dieses Tee bestand aus einem Gummikopf mit einer Krone aus Gummihärchen sowie einem Eisenstift.

1895 wurde ein sehr kurzlebiges Tee von D. Dalziel aus Schottland patentiert. Es bestand aus einer künstlichen Torfmatte mit einem Gummiaufsatz.

Im gleichen Jahr wurde das erste Amerikanische Tee Patent bewilligt. Ein Künstler aus Philadelphia Namens Prosper Senat entwickelte das „Senat`s Tee“, ein verkürzter Kegel, welcher aus Papier oder Karton bestand.

P. M. Matthews aus Schottland ließ 1897 sein „Victor Tee“ patentieren. Das Tee bestand aus einem Gummikopf und einem Stahlstift.

1899 wurde das „Grant`s Tee“ von dem Zahnmediziner Dr. George Grant zum Patent angemeldet. Er entwickelte eine vertikale Gummihülse, welche auf einem spitzen Holzkegel angebracht war.

Jedoch war keine dieser aufgeführten Entwicklungen populär genug, um das traditionelle Sand-Tee-Form zu ersetzen. Es wurde weiterhin aus Holz, Messing, Aluminium und später aus Plastik hergestellt und verkauft.

Ab 1900 war das Tee nicht mehr wegzudenken. Tees aus unterschiedlichsten Materialien und in vielen Designs kamen auf den wachsenden Markt.

Mit der Weiterentwicklung der Schläger und der Golfbälle musste auch das Tee Schritthalten. Es bestand aus Aluminium, Papier, Plastik, Holz, Zink, Gummi und Draht. Die Formen waren sehr abwechslungsreich aus Sternen, Dreiecken, Halbkreisen, Kegeln, Hütchen und vieles mehr.

In den 1920-ern setzte sich jedoch immer mehr das uns heute bekannte Design durch. Erst 1925 wurde das „Reddy Tee“ von dem Zahnmediziner William Lowell aus New Jersey zum Patent angemeldet obwohl es schon seit 1922 im Einsatz war. (Der Vertrag mit A.G. Spalding wurde ebenfalls schon 1922 unterzeichnet .)

Dieses Holz- Tee war einfach und kostengünstig in der Herstellung. Eine intelligente und effektive Vermarktungsstrategie mit Hilfe des berühmten Golfprofis Walter Hagen machte das „Reddy Tee“ und ähnliche Tees zum Standart. ( 60.- bis 250.- € je Schachtel )

Die folgende Auflistung dient zum Erlangen eines kurzen Überblicks:

Es gibt über ca. 1 275 unterschiedliche antike Tees.

Sand- Tee- Formen wurden ab 1885 bis Ende der 1920-er produziert. Sie waren aus Holz, Aluminium, Messing und später aus Plastik. Die Formen veränderten sich im Laufe der Zeit. Es gab auch u. a Zylinderförmige Kolben.

( 400.- bis 2 500.- € ).

Die Sogenannten Tether Tees wurden ca. zwischen 1895 bis Anfang der 1930-er hergestellt. Das Holz- Tee war durch eine Schnur ( tether) mit dem Bleigewicht oder Wollpinsel verbunden.

( 100.- bis 300.- € )

Ab ca. 1910 wurde die Herstellung von Tees zu einer eigenen Industrie. Sie wurden in großen und kleinen Schachteln mit ansprechendem Design angeboten. In einer Schachtel befanden sich 7, 9, 18, 25, 50 oder 100 Stück. ( 50.- bis 650.- € )

Über 64 Schachteln sind katalogisiert.

Sogenannte Gummi- Tees waren seit 1889 ( erstes Tee Patent ) im Einsatz. Ab 1915 kamen diese vermehrt auf den Markt. Sie besaßen auf einer Seite eine Erhöhung für das Tee und auf der Anderen ein Gegengewicht. Unterschiedlichste Designs wurden bis Mitte der 1960-er hergestellt.

( 60.- bis 450.- € )

Es gab auch Leinensäckchen als Verpackung. In diesen befanden sich 50 oder 100 Tees. Es sind insgesamt 83 verschiedene Leinensäckchen katalogisiert. ( 50.- bis 250.- € )

Ab 1920 wurden kleine Papiertütchen für 15-25 Tees ( 30.- bis 80.- € ) sowie Tees in einem Streichholzheftchen für 3- 6 Tees in den Golfclubs angeboten. ( 50.- bis 150.- € )

Ab den 1920-ern wurden Anstecknadeln für Tees aus Leder produziert.

( 35.- bis 120.- € )

Metall- oder Draht Tees in der bekannten Form gab es ca. ab den 1930-ern. Hierbei sind die Rex- Zink- Tees, die Perma Tees und die Cruickshank Steel Tees hervorzuheben. ( 120.- bis 500.- € )

Plastik Tees wurden vermehrt ab 1930 hergestellt. Vollständige Sätze mit abzubrechenden Tees sind sehr begehrt. ( 100.- bis 450.- € )

Papier Tees gab es ab 1896 ( Senat Tee ). Ende der 1920-er wurden diese wieder aktueller und kamen dadurch vermehrt auf den Markt. Hier ist das Tufts Tee ( ein Tee 50.- bis 180.- € ) und das Novel-Tee-Buch für 18 Papier Tees ( 100.- bis 500.- € ) besonderst zu erwähnen.


Terrine

Eine Terrine ist ein großes, bauchig-ovales Gefäß für Suppen mit einem schweren Deckel und zwei Henkeln. Terrinen stehen immer auf Füßen. Sie sind ab der letzen Hälfte des 17.Jahrhunderts anzutreffen. Die Frühform nannte man Pot-a oille.


Treiben

Hierbei handelt es sich um eine hochentwickelte Technik, bei der die Form ohne Substanzverlust durch Hämmern aus dem Silberblech "herausgetrieben"wird, um ein vertieftes Muster zu erzeugen


Trembleuse

Als Trembleuse bezeichnet der Fachmann ein Frühstückstablett für das Bett mit ringförmigen Halterungen für Tassen. (Frankreich ab dem 18. Jahrhundert)


Tremolierstrich

Als Tremolierstrich bezeichnet der Fachmann eine "Zickzack-Gravierung" zur Entnahme einer Silberprobe an der Objektunterseite.

Die Probe wurde mit Blei eingeschmolzen und in einen Schmelztiegel aus Holz gefüllt. Die Innenwand dieses Tiegels war mit Holzasche und gebrannten Knochen ausgekleidet. Das unedele Metall wurde aufgesaugt und das verbliebene Silber gewogen


Trinkspiel

Ein Trinkgefäß in Tier- oder Menschengestalt


Tülle

Als Tülle bezeichnet man bei Tee- und Kaffekannen ein kurzes oder langes, schmales Rohr, welches auf den Korpus aufgesetzt wurde. (Ausschenkrohr, Ausguß).

Bei Leuchtern und Kerzenhaltern ist die Tülle ein hülsenförmiger, meist abnehmbarer Halter zum Einstecken der Kerze (Kerzeneinsatz).


Untersätze

Zum Schutz der Tischplatten wurden für einige Tee-oder Kaffekannen passende Untersätze hergestellt


Vergolden

Beim Vergolden wird eine dünne Goldschicht auf eine Oberfläche durch Elektroplatieren oder Feuervergoldung aufgebracht


Vermeil

Französische Bezeichnung für feuervergoldetes Silber


Verzinnen

Dies war eine kostensparende Methode bei der Verarbeitung von Sheffield Silber. Für das Innere einer Teekanne oder die Unterseite eines Tabletts wurde Zinn anstelle von Silber verwendet


Vollguss

Durch den Vollguss können mehrere Güsse desselben Objektes hergestellt werden. Es wird ein "gestochenes Modell" mit Formstecher aus Buchsbaumholz gefertigt. Es kann auch ein Modell aus Ton oder Stein benutzt werden. Dieses wird stets neu im Sand geformt und ausgegossen. (Wurde vor allem für Zierwerk aller Art, Henkel, Füsse, Bekrönungen usw. angewand).


Volute

Volute (=das Gerollte) ist eine Bezeichnung für ein mit einer schneckenform (Spirale) verziertes Objekt. Siehe auch Rollwerk.


Wall sconce

Ein in die Wand eingelassener Kerzenhalter.


Wardein

Als Wardein bezeichnet man in skandinavischen Ländern einen Beschaumeister zur Überwachung des Feingehaltes


Waxjack

Waxjacks waren typische Schreibtischutensilien im 18.Jahrhundert. In ihnen wurde der Siegellack geschmolzen, meist wurden sie auch zu Kerzenhaltern umfunktioniert.


Weisses Metall, Weiß-Metall

Als "Weisses Metall" bezeichnet man eine harte Legierung aus Kupfer-Zink oder Kupfer-Zinn- und Antimon. Es hat eine hell-silbrige Farbe und diente als Grundlage für elektroplatiertes Silber


Weißsieden

Das Weißsieden ist eine spezielle Methode zur Verschönerung geringwertiger Silberwaren. Dabei wird das Objekt in glühendes Kohlenfeuer gehalten, bis sich durch die Oxidierung des Kupfers ein schwarzer Überzug gebildet hat. Nun wird das Objekt in verdünnter Schwefelsäure oder Weinstein "gekocht"und der schwarze Überzug (oxidiertes Kupfer) wird dabei entfernt und es kommt eine silberweiße Oberfläche zum Vorschein. (Wird auch "Verzinnen auf nassem Wege" genannt)


WMF

Die Württembergische Metallwarenfabrik WMF wurde 1853 gegründet. Sie entstand aus der Metallwarenfabrik „Straub & Schweizer“.

1866 wurde die Fabrik in „Straub & Sohn“ umbenannt.

1880 Zusammenschluss mit der Metallwarenfabrik „Ritter & Co“ zur „Württembergischen

Metallwarenfabrik“.

1887 Börsengang.

Das 19.Jahrhundert war das Zeitalter des Bürgertums. Der Geschmack der durch die Gründerzeit immer wohlhabender werdende Bourgeoisie war geprägt von der Kultur des Adels.

Wohnräume wurden zu Stätten der Repräsentation. Man zeigte gerne was man hat. Dementsprechend war die Nachfrage nach versilberten und reich verzierten Objekten alle Art sehr groß. (Siehe auch Gründerzeit und Historismus)

Die Erfindung von Plaquéwaren (silberplatiertes Kupfer, dabei wurde eine Silberschicht unter großem Druck auf das Kupferblech aufgepresst) eröffnete neue Möglichkeiten der kostengünstigen Herstellung und Gestaltung.

Kannen, Leuchter, Zuckerschalen und vieles mehr wurden in reich verzierter Plaqué hergestellt.

Durch die Gründerzeit entstand ein enormer Boom, Straub & Sohn stellte sich auf den Geschmack des zahlungskräftigen Bürgertums ein, ohne an Qualität und Stilsicherheit zu verlieren.

Durch den Übergang zum elektroplatierten Silber stieg die Produktpalette noch weiter an.

1877 wird das „Britanniametall“ (Zinn-Kupfer-Antimon-Legierung) zur Galvanisation von Gebrauchs- und Ziergegenständen in der Firma eingeführt. Durch die Nachahmung englischer Waren hatte Straub & Sohn enormen Erfolg.

Im Jahre 1880 kam es zum Zusammenschluss mit der Metallwarenfabrik „Ritter & Co“ zur Württembergischen Metallwarenfabrik WMF.

Als Warenzeichen wurde die „Straußenmarke“ eingeführt. (Von 1880 – ca. 1925)

1890 kaufte die WMF die Münchner „Kunstanstalt für Galvanoplastik“.

1894 Umsiedlung der Kunstanstalt nach Geislingen.

Die neu angebaute Kunstanstalt produzierte plastische Objekte wie z.B. Statuen, Denkmäler, Springbrunnen usw. Als Warenzeichen wurde „GB“ für „Galvano-Bronzen“ eingeführt.

In den 1890-ern kristallisierten sich zwei Produktgruppen als Schwerpunkt heraus: versilberte Hohlwaren und versilbertes Besteck.

1895 übernahm Albert Mayer die Leitung für das Atelier der WMF. Eine künstlerische Neuorientierung war die Folge. Eigene Entwürfe von Jugendstilobjekten wurden auf dem gesamten Globus bekannt. Wunderschöne Jardiniere und Schalen, Karaffen mit Silberverzierungen und Kannen aller Art, Vasen und Etuis und vieles mehr wurden produziert und in die Welt verkauft.

WMF ist eine weltbekannte Marke, die sich durch Innovation und guten Geschmack durchgesetzt hat. Die antiken Objekte werden bei Auktionen hoch gehandelt und sind begehrte Sammlerstücke. Kaum eine andere Firma stellte solch ästhetische Gebrauchsgegenstände her, die heute als Kunst betrachtet werden.


Ziselieren

Bei dieser Methode wird das Silber über einer weichen Unterlage mit dem Ziselierhammer, dem Meißel und dem Stichel bearbeitet. Somit entstehen reliefartige Formen und Ornamente. Auch kleinere Punzen werden für Verzierungen benutzt.




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